Apps im Mittelstand: Die 7 wichtigsten Erkenntnisse

weibliche, manikürte Hand hält silbernes Smartphone mit aktiver App
App für Smartphone und Tablet

Mittelständische Unternehmen sind von gestern. Sagt man zumindest. Studenten der Hochschule Rhein-Waal haben dieses Vorurteil überprüft und die Studie Der deutsche Mittelstand „App to date“? veröffentlicht, in der anhand der Nutzung von Apps ein Stimmungsbild des deutschen Mittelstandes gezeichnet wird. Befragt wurden 207 kleine und mittelständische Unternehmen, von denen Sie vielleicht etwas lernen können, wenn Sie über den Einsatz einer App nachdenken.


Die 7 wichtigsten Erkenntnisse zu Apps im Mittelstand für Sie zusammengefasst:

1. Einsatz

Apps werden bereits von jedem dritten der befragten Unternehmen genutzt. Und das unabhängig von der Größe des Unternehmens. Wer meint, dass „die ganz Kleinen“ weniger Apps im Einsatz haben, liegt damit falsch: 32% der Unternehmen mit weniger als 20 Mitarbeitern nutzen Apps. Bei den „größeren“ der befragten Unternehmen sind es „nur“ 29%.

2. Einsatzgebiete

Die Unternehmen der Umfrage, die bereits Apps nutzen, setzen diese hauptsächlich in drei Gebieten ein:

  • internen und externen Kommunikation: 62% (also etwa 17% aller Befragten)
  • Marketing: 50% (also knapp 15% aller Befragten)
  • Vertrieb: 40% (also etwas über 11% aller Befragten)

3. Branchen, die Apps viel nutzen

Die beiden Branchen, die Apps besonders häufig einsetzen sind Dienstleistung (36%) und Groß- und Einzelhandel (33%).

4. Branchen, die Apps weniger nutzen

Ebenso gibt es zwei Branchen, die Apps am wenigsten einsetzen: Die Baubranche (unter 20%) und Rohstoffe & Material (unter 15%).

5. Geplanter Einsatz von Apps im Mittelstand

Eine beeindruckend große Zahl ist die derer, die momentan noch zu den Nicht-Nutzern gehören, aber erwägen, in Zukunft Apps einzusetzen: 81%. Besonders beeindruckend ist diese Zahl jedoch in Kombination mit den im nächsten Punkt folgenden Gründen dafür, warum sie derzeit noch keine Apps nutzen.

6. Gründe für die Nicht-Nutzung

Die zwei wichtigsten Gründe, warum sie sich noch nicht für Apps entschieden haben, sind nämlich:

  • Mangelndes Wissen: Über 30%.
  • Etwa 80% ist der Mehrwert einer App-Nutzung nicht klar.
  • Nur 7% schätzen die Kosten einer App zu hoch und damit unrentabel ein.

Das Interessante ist nun also, dass 81% der Nicht-Nutzer trotz ihres gefühlt oder tatsächlich mangelnden Wissens und ihrer Skepsis gegenüber dem Mehrwert einer App, dennoch überlegen, Apps zu nutzen. Hoffen sie, dass in naher Zukunft bessere bzw. passendere Apps entwickelt werden? Oder fühlen sie einen Digitalisierungs-Druck von Wettbewerbern oder der fortschreitenden Technik?

7. Wo liegt noch Potential?

Die größten Unterschiede zwischen dem erwartetem Vorteil der Nicht-Nutzer und der tatsächlichen Nutzung von Apps liegen in vier Bereichen. So nutzen nur etwas unter 20% Apps für B2B, wohingegen sich 30% der Nicht-Nutzer hier einen großen Vorteil erwarten. Weißt das auf ein Entwicklungs-Defizit hin?

Noch größer ist die Diskrepanz im Vertrieb: Über 60% der Nicht-Nutzer erwarteb sich hier Vorteile, „nur“ 40% nutzen bereits eine App in diesem Bereich.

Am auffallendsten ist die Lücke jedoch im Marketing, in dem über 80% großes Potential sehen und „nur“ etwa 50% Apps einsetzen. Eventuell kommt die hohe Einschätzung des Marketing-Potentials der Nicht-Nutzer daher, dass sie nicht ausreichend über weitere Einsatzgebiete informiert sind. Ein Defizit, das App-Anbieter ausgleichen sollten.

Auch im Bereich der Prozessoptimierung scheint es Entwicklungs-Bedarf zu geben, denn über 50% sehen diese durch Digitalisierung per App verbesserbar, aber nur unter 30% genießen bereits die Vorteile einer App. Ein Problem der App-Entwickler könnte sein, dass viele Unternehmen sehr spezialisierte Prozesse haben, was die individuelle Anpassung einer App auf genau ein Unternehmen nötig macht.

 

Fazit

Sie überlegen sich, in Ihrem Unternehmen eine App einzusetzen?

Unser Tipp:

  1. Überlegen Sie sich zuerst, in welchen Bereichen Verbesserungsbedarf besteht.
  2. Dann schätzen Sie ab, was eine App können muss, die Ihnen bei dieser Optimierung helfen soll. Schreiben Sie sich die Funktionen Ihrer Wunsch-App am besten auf und markieren Sie dann die wichtigsten Eigenschaften. Oft ist es nämlich besser, eine App nicht sofort mit vollem Funktionsumfang zum Einsatz zu bringen. Sowohl für Ihre Geschäftsprozesse als auch für Ihre Mitarbeiter ist eine schrittweise Umsetzung gewöhnlich besser. Dabei ergeben sich vielleicht auch noch viele weitere Ideen und neue Wege, wie sich die App am effizientesten zur Unterstützung Ihres Unternehmens einsetzen lässt.
  3. Sobald Sie diese Liste haben, bieten sich Ihnen zwei Möglichkeiten:
    1. Zum einen können Sie das bereits bestehende Angebot an passenden Apps durchschauen oder fragen Sie andere Unternehmer Ihrer Branche, ob diese bereits Apps im Einsatz haben, vielleicht ist da bereits etwas für Sie dabei!
    2. Zum anderen können Sie sich an Unternehmen wenden, die Apps entwickeln. Stellen Sie diesem Unternehmen Ihre Ideen und Wünsche vor und daraus ergibt sich vielleicht eine neue App, die genau das tut, was Sie von ihr möchten. Sollte Ihnen das zu schwierig erscheinen, können Sie einen Vermittler zwischenschalten, eigentlich sollte jedoch jedes dieser Unternehmen über einen guten Kundendienst verfügen, der in der Lage ist, mit Ihnen über das Projekt zu sprechen ohne dabei in Fachchinesisch zu verfallen.

Trauen Sie sich, es lohnt sich!

 

Sie setzen bereits Apps in Ihrem Unternehmen ein? Nutzen Sie gerne die Kommentar-Funktion, um uns und anderen Lesern Ihre Erfahrungen zu schildern, um Rat zu fragen oder Tipps zu geben!

 

Quellen:

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